Blockchain – Chancen in der Logistik

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Blockchain – Chancen in der Logistik

Wie die Logistik von Blockchain profitieren kann.

 

„Blockchain“ ist derzeit in aller Munde. Ob am Stammtisch, im Cafe oder in der Mittagspause: Jeder diskutiert über den enormen Kursanstieg den diese vergleichsweise junge Technologie in den letzten Monaten hingelegt hat. Meist sind jedoch eher die Währungen wie Bitcoin und Ripple im Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit.

Die Blockchain-Technologie im Hintergrund birgt dabei jedoch noch viel mehr Potential, abseits der Anwendung als Zahlungsmittel. Auch die Logistik kann davon profitieren.

Um die Blockchain zu verstehen, wird häufig der Vergleich eines unveränderbaren Kassenbuches verwendet. Alle Transaktionen, die im Netzwerk stattfinden, sind für immer in dieser Datenbank gespeichert. Für die Sicherheit im Netzwerk sorgt die dezentrale Verteilung der Blockchain: Jeder Knoten im Netzwerk besitzt eine Kopie dieser Datenbank. Dies macht die Technologie fälschungssicher. Genau diese fälschungssichere Transaktionshistorie kann die Prozesse im Supply Chain Management erleichtern. Jeder Akteur in der Lieferkette könnte zu jedem Zeitpunkt in einer solchen Blockchain sehen, welchen Weg ein Gut genommen hat. Smarte Sensoren könnten zusätzliche Ihre Sensordaten zum Datenschutz beisteuern und sichtbar machen, ob auf dem Weg beispielsweise die Kühlkette unterbrochen wurde. Und all diese Daten würden sicher im Netzwerk hinterlegt werden und könnten auch nach 20 Stationen noch vom Endempfänger nachvollzogen werden.

Das Projekt Ethereum hat 2015 eine Blockchain entwickelt auf der Programme ausgeführt werden können. Dies ermöglicht sogenannte Smart Contracts, also schlaue Verträge. Einigen sich zwei oder mehr Parteien auf einen solchen Vertrag, wird er genauso ausgeführt wie vereinbart. Diese Smart Contracts könnten mit der oben bereits erwähnten Transaktionshistorie kombiniert werden. Schließen Empfänger und Lieferant einen Vertrag werden die Bedingungen garantiert ausgeführt. Wird die Kühlkette aus obigem Beispiel unterbrochen, könnte in so einem Szenario die Begleichung der Lieferrechnung ausgesetzt werden. Gleichzeitig kann sich der Lieferant aber sicher sein, dass er auch wirklich seine Zahlung bekommt, wenn er alle Bedingungen korrekt beachtet. Auf Basis dessen wäre auch ein verteiltes Lieferantenportal denkbar, das transparente Ratings aufgrund der Erfüllung der Smart Contracts ermöglicht.

Die Blockchain wird uns auch in Zukunft, unabhängig von den Kursen der Kryptobörsen, immer wieder begegnen. Die Nutzung der Technologie macht aber sicher nicht bei jedem Projekt Sinn. Folgende Fragen sollten sich Personen stellen, die über die Nutzung der Blockchain nachdenken.

  • Werden in meinem Umfeld digitale Transaktionen durchgeführt?
  • Benötige ich eine fälschungssichere Transaktionshistorie?
  • Muss ich eine zentrale Vertrauensinstanz ersetzen?

Es ist nicht unbedingt nötig eine eigene Blockchain im Unternehmen zu etablieren. Dies wäre schon aufgrund der dezentralen Verteilung schwierig. Hierfür kann man auf bereits bestehende Blockchains, wie etwa dem erwähnten Ethereum Netzwerk oder die Lösung SAP Leonardo zurückgreifen.

Wer sich genauer zum Thema Blockchain und Kryptowährungen informieren will hat dazu am 27. Januar 2018 in Würzburg die Möglichkeit.
Mehr unter https://blockchain-seminar.info/

Andreas Schütz

Andreas Schütz

Doktorand bei FHWS
Experte für IT Sicherheit und Blockchain

Bereits seit 2011 beschäftigt sich Andreas Schütz mit der Technologie Blockchain sowie Kryptowährungen. Seit einiger Zeit ist er auf Messen, Seminaren und anderen Veranstaltungen ein beliebter Gast, um die Besucher in die Thematik einzuführen. Im Jahr 2016 hat er gemeinsam mit Igor Eisenbraun die Homepage www.etherbasics.com gegründet, die den Lesern in Artikeln und Tutorials die Ethereum Technologie näher bringt.
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